Entnazifizierung in der Britischen Zone

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Die alliierte Politik 1945

Ein Ziel der Alliierten nach Kriegsende ist es, sämtliche Bereiche der deutschen Gesellschaft von nationalsozialistischen Einflüssen zu befreien. Aus Politik, Wirtschaft, Justiz und Kultur sollen alle Nationalsozialisten entfernt werden. Hierzu wird die sogenannte Entnazifizierung durchgeführt. Die britische Militärregierung orientiert sich an den Maßnahmen, wie sie in der US-Zone etabliert werden.

Erste Auswirkungen auf die Carlshütte

Die leitenden Angestellten der Carlshütte und Käte Ahlmann sind aufgefordert, einen Fragebogen, der eigens für die Entnazifizierung erstellt ist, auszufüllen. Für die Überprüfung der Fragebögen und eine erste Bewertung ist bei der Militärregierung die sogenannte Special Branch zuständig.

Die Entnazifizierungsverfahren führen zunächst zur Sperrung von Vermögen und Konten und zur Einschränkung der Bewegungsfreiheit. Die Carlshütte wird in Treuhänderschaft verwaltet, zuerst von Käte Ahlmann selbst, nach einigen Monaten übernimmt ihr Schwager und Vertrauter Heinrich Athenstaedt diese Aufgabe.

Einige Mitarbeiter müssen das Unternehmen verlassen, wie etwa Johannes Wenke im März 1946, im Oktober 1946 sechs weitere Personen.

Entlastung für Käte Ahlmann

Der Entnazifizierungsausschuss des Kreises Rendsburg stuft Käte Ahlmann am 12. Mai 1947 in die Kategorie III und damit als minderbelastet ein. Käte Ahlmann geht gegen dieses Urteil vor und erreicht am 23. Dezember 1947 die Einstufung als Mitläufer in Kategorie IV. Am 4. April 1949 wird sie im Zuge der periodischen Überprüfung in Stufe V eingeordnet und gilt seitdem als entlastet. Sie zahlt 5.000 DM in den Wiederaufbaufonds.

Die Entnazifizierung steht zu diesem Zeitpunkt nicht mehr im Zentrum alliierter Politik. Vielmehr hat die Eingliederung der am 23. Mai 1949 gegründeten Bundesrepublik in die westliche Allianz gegen den sowjetisch dominierten Ostblock Priorität.



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